Bundesweiter Polizeieinsatz gegen Software-Fälscher

Artikel vom: 28.10.09

Aus gegebenem Anlass wurde dieser Artikel der Computer Reseller News abgedruckt. Auch bei uns kam nun ein Kunde, der Probleme mit "offiziell" gekaufter Software hatte (Flohmarkt, Verkäufer nicht auffindbar). Eine Nachfrage bei Microsoft ergab eine zurückgezogene Volumenlizenz => Raubkopie.

Bitte kaufen Sie keine Software auf Flohmärkten oder von "Händlern" die sie nicht kennen.

Nun zum Artikel:
Microsoft initiiert Schlag gegen Softwarepiraterie
Quelle Computer Reseller News von Lars Bube

Bei einer bundesweiten Polizeiaktion wurden heute zwei Männer verhaftet, die im großen Stil gefälschte Software-Produkte vertrieben haben sollen. Microsoft war dem Duo über den Produktidentifikationsservice (PID-Service) auf die Schliche gekommen und beziffert alleine den eigenen Schaden auf fast 400.000 Euro.

Gefälschte (links) und originale (rechts) Microsoft-Produkte. (Bild: Microsoft) Im Rahmen einer Bundesweiten Polizeiaktion unter Federführung des Landeskriminalamts (LKA) Thüringen konnten heute zwei Männer gefasst werden, die unter dem Verdacht der Software-Piraterie und des Betrugs stehen. Die zwei Verhafteten sollen seit mehreren Jahren professionell gefälschte Computerprogramme an arglose Kunden verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Erfurt erhob umgehend Strafanklage gegen das Duo, das außerdem auch Gelder von Kunden kassiert haben soll, ohne die Ware jemals auszuliefern. Bei der Aktion wurden heute (Mittwoch) Vormittag Büros und Wohnungen in mehreren deutschen Städten durchsucht, die Verdächtigten verhaften und zahlreiches Beweismaterial sichergestellt.
Aufgeflogen waren die Fälscher durch die Einsendung einer der Fälschungen bei Microsofts Produktidentifikationsservice (PID-Service) durch einen alarmierten Kunden. Dort können Fachhändler oder Kunden, die Zweifel an der Echtheit ihres Produktes haben, dies nachprüfen lassen. Microsoft stellte daraufhin Strafanzeige und erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen den weiteren Verkauf der Fälschungen. Daraufhin begannen Ermittler des LKA das Duo verdeckt zu beobachten. Nach dem heutigen Höhepunkt der Ermittlungsaktion sollen die beiden Täter jetzt direkt dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihnen drohen jeweils bis zu fünf Jahre Haft.

Die Täter hatten sich nach den bisherigen Ermittlungen bei ihrem illegalen Geschäft hauptsächlich auf den Handel mit Microsoft Office Produkten (Office 2007) spezialisiert. Die verdächtigten räumten bereits 560 solcher illegalen Softwareverkäufe ein. Alleine damit sollen sie etwa 40.000 Euro verdient und Microsoft einen Schaden von 400.000 Euro zugefügt haben. »Der Erfolg ist auch auf die gute Zusammenarbeit zwischen den Ermittlungsbehörden und den Geschädigten zurückzuführen. Wir sind erleichtert, dass die beiden Tatverdächtigen jetzt zur Verantwortung gezogen werden. Mit dem Verkauf gefälschter Computerprogramme haben sie nicht nur die Hersteller geschädigt, sondern auch Hunderte unschuldige Kunden betrogen«, kommentiert Joachim Rosenögger, Spezialist für Pirateriebebekämpfung bei Microsoft Deutschland, die heutige Festnahme der Verdächtigen.
Nun hofft Microsoft auf eine entsprechende Wirkung der erfolgreichen Ermittlungen und Festnahme, die Nachahmern zeigen soll, dass Softwarepiraterie kein Kavaliersdelikt ist: »Softwarepiraterie ist eine ernstzunehmende Straftat. Das entschlossene Vorgehen des LKA Thüringen zeigt, dass Wirtschaftskriminalität im Bereich des Urheber- und Markenrechts konsequent verfolgt werden muss«, so Rosenögger weiter.

Pikantes Detail am Rande: Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten neben anderen Beweismitteln wie Raubkopien auch erhebliche Vermögenswerte sicher, die nun als Rückgewinnungshilfe für die Opfer verwendet werden sollen. Trotz ihrer offenbar ordentlichen Gewinne nahmen die Täter jedoch Sozialleistungen in Anspruch.

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