Das vernetzte Haus Teil 2

Artikel vom: 28.10.09

Nachdem uns Anbieter wie 1 und 1 in der Werbung mit dem Netzwerk für die ganze Familie begeistern und unsere Kunden dabei immer häufiger auf Probleme stoßen, möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf einige Fakten bezüglich der Heimvernetzung hinweisen.

Heimnetzwerk via WLAN
Ein 300 Mbit Router allein reicht häufig nicht aus das komplette Heimnetzwerk zu realisieren. Es beginnt am Telefonanschluß der Wohnung, an dem der Router meist aufgestellt wird. Dieser liegt nur selten in der geometrischen Mitte der Wohnung. Das bedeutet, dass nicht alle Räume gleich gut mit WLAN abgedeckt sind.
WLAN hat entgegen der Werbung nur eine begrenzte Reichweite. 300 Meter im Freien können innerhalb von Gebäuden lediglich 10 Meter bedeuten.
Wenn man die Microsoft WLAN Netzwerkverbindung nutzt, kann man sein WLAN Netzwerk in etwa folgendermaßen selbst bewerten:

  • bis 2 Balken Internet nicht möglich
  • 3. Balken ab hier kann von Internet gesprochen werden, jedoch sind Abbrüche an der Tagesordnung - Netz ist instabil
  • ab dem 4. Balken Internetverbindung vorhanden

SONDERFALL: Die Werte wechseln ständig von sehr schlecht bis sehr gut (1-5 Balken) bedeutet: Sie befinden sich im Grenzbereich mit dem WLAN Empfang. Dies tritt insbesondere bei älteren WLAN Geräten auf. Hier kann eventuell ein neues Gerät Abhilfe schaffen. Diese Fälle sind jedoch im Einzelnen zu prüfen.

Heimnetzwerk via Stromnetz
Mit Homeplugadaptern kann das Heimnetzwerk über die Steckdose betrieben werden. Hierbei ist es erforderlich, dass alle Adapter über den gleichen Stromzähler bzw. Fehlerschutzschalter (Fi) angeschlossen sind. Bei Drehstromzählern wird Phasengleichheit benötigt - dies kann von einem erfahrenen Elektriker geschaltet oder über einen Phasenkoppler erreicht werden.
Als äußerst störende Quellen hat sich hierbei Niederspannungsbeleuchtung herausgestellt. Deren Netzteile liefern häufig Frequenzen in das Stromnetz zurück, wodurch das Netzwerk bis hin zum Totalausfall gestört werden kann.

Sonderlösungen via Telefonleitung
Unter bestimmten Umständen können vorhandene Telefonleitungen zu Netzwerkzwecken "missbraucht" werden. Dies sollte nur im äußersten Notfall realisiert werden. Es gibt von diversen Herstellern, ähnlich wie bei den Homeplug Adaptern, Geräte die auch eine Telefonleitung zu Internetzwecken nutzbar machen.

Heimnetzwerk via Verkabelung (strahlungsfrei)
Bei Kabelverlegung erreichen Sie die beste Qualität der Vernetzung. Wir empfehlen grundsätzlich hochwertiges Kabel z.B. Cat7 zu benutzen. Die Schirmung hält auch bei längeren Wegen Störeinflüsse fern.
Hierbei bietet es sich an parallel zum Netzwerk Telefonleitungen zu legen, um z.B. die Kinderzimmer, das Schlafzimmer, den Keller, den Hobbyraum, den Dachboden für einen späteren Ausbau oder das Heimbüro anzuschließen. Gern wird das Wohnzimmer vergessen - "Da brauche ich nun wirklich kein Internet ..." jedoch erfordert IP TV z.B. T-Home ebenfalls einen Internetzugang.
Bei 2 Leitungen pro Doppeldose habe Sie z.B. die Möglichkeit ein Gigabit Netzwerk, 1x ISDN und 2 analoge Telefone zu betreiben. Hierfür werden weitere Komponenten benötigt.
Damit liegt der ideale Zeitpunkt ein Heimnetzwerk via Verkabelung zu realisieren zu Beginn einer Hausrenovierung oder bei einem Neubau.
Die Verlegung des Kabels kann nach Absprache auch von Ihnen selbst vorgenommen werden um Kosten zu senken.

Wir beraten sie gern bei allen Fragen rund um das vernetzte Haus.

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